
Foto: Alice Das Neves Photography
Über mich
Ich bin Susanne Oberholzer – ich bin Sprachwissenschaftlerin, Dialektologin und Soziolinguistin. Ich forsche, lehre und berate: Warum wir so sprechen, wie wir sprechen, und was das über uns, unsere Gesellschaft und unsere Identität verrät.
Sprache ist etwas, das uns täglich begleitet und weit mehr erzählt, als wir bewusst wahrnehmen.
Meine Geschichte
Sprachen und Dialekte interessieren mich seit meiner Kindheit. Ferien mit meiner Familie in der italienischsprachigen und der rätoromanischen Schweiz und familiäre Kontakte in die französische Schweiz haben mein Interesse für Fremdsprachen, Sprachenlernen und Mehrsprachigkeit früh geprägt. Auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Deutschschweizer Dialekten sind mir schon als Kind aufgefallen und haben mich fasziniert.
Ich habe Italienische Sprach- und Literaturwissenschaft, Deutsche Sprachwissenschaft und Nordische Philologie (Skandinavistik) an der Universität Zürich (CH) studiert und einen Auslandaufenthalt in Pisa (I) verbracht. Seither hat mich meine Leidenschaft für Sprache(n), Dialekte, Variation und Wandel nicht mehr losgelassen.
Mein Doktorat in Germanistischer Sprachwissenschaft habe ich an der Universität Zürich abgeschlossen. Während des Doktoratsstudiums habe ich einen Forschungsaufenthalt in Wien (A) erleben dürfen, der meinen Horizont sowohl sprachwissenschaftlich als auch persönlich stark erweitert hat. Als Postdoc war ich an Universitäten in der Schweiz und im deutschsprachigen Aufland tätig, darunter in Zürich, Basel, Bern (alle CH), Salzburg (A), Wien (A) und München (D).
Heute bewege ich mich zwischen Forschung, Lehre und Praxis mit dem Anliegen, sprachwissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und anwendungsnah zu vermitteln.
Sprache – aus Überzeugung und Erfahrung
Sprache interessiert mich nicht nur in der Theorie, als Studienfach und Forschungsfeld. Ich spreche auch mehrere Sprachen und arbeite, wann immer möglich, auch in und mit diesen:
Verhandlungssicher: Deutsch (Erstsprache), Italienisch, Schwedisch
Fliessend: Französisch, Englisch, Rätoromanisch (Sursilvan), Rätoromanisch (Rumantsch Grischun – schriftlich)
Grundkenntnisse: Dänisch, Spanisch, Portugiesisch
Vorträge und Beratungen biete ich auf Deutsch (Schweizerdeutsch und Hochdeutsch), Italienisch, Französisch, Rätoromanisch (Sursilvan), Englisch und Schwedisch an.
Wofür ich stehe
Sprache ist nie nur Sprache.
Wenn Menschen über Dialekte sprechen, sprechen sie immer auch über Zugehörigkeit, Identität und soziale Wahrnehmung. Sprache ist einer der stärksten Marker dafür, wer wir sind und wo wir hingehören.
Mich fasziniert, welche Rolle Einstellungen gegenüber Sprache dabei spielen können, wie sich Sprache und Dialekte verändern, oft auf eine Weise, die uns im Alltag kaum bewusst ist.
Besonders interessiert mich der Moment, in dem alltägliche sprachliche Erfahrungen plötzlich verstanden werden: das Unbehagen von Deutschschweizerinnen und Deutschschweizern beim Hochdeutschsprechen, das Gefühl, den eigenen Dialekt allenfalls zurücknehmen zu müssen, die Vorstellung davon, wie richtiges Schweizerdeutsch klingen sollte. Wenn aus einer diffusen Erfahrung ein klares Bild wird.
Genau hier setzt meine Arbeit an: Sprache sichtbar zu machen, als das, was sie ist: Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen, Beziehungen und Identitäten. Ich mache komplexe sprachwissenschaftliche Inhalte verständlich und bereite sie für unterschiedliche Zielgruppen auf – im wissenschaftlichen Kontext ebenso wie für Menschen, die bisher kaum Berührung mit Soziolinguistik hatten. Dabei verbinde ich Forschung und Praxis, weil beide Perspektiven voneinander profitieren.
Tätigkeiten und Engagements (Auswahl)
Vorträge und Referate
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Mitgliederversammlung Verein für das Schweizerdeutsche Wörterbuch (Idiotikon), Zürich (Juni 2026)
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Delegiertenversammlung Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband (DLV), Visp (Juni 2026)
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Julian Thorner Podcast (Mai 2026)
Lehre
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Universität Basel
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Universität Zürich